Umgang und Technik
Wir halten unsere Pferde von Anfang an im Herdenverband. Das erlaubt dem sozialen Tier Pferd sein Bedürfnis nach Bewegung, nach Spielen und Kontakt zu Artgenossen rund um die Uhr zu befriedigen. Die Pferde leben im Sommer und im Winter draußen und die Krankheiten, die in jedem normalen Pferdestall an der Tagesordnung sind, sind bei uns geradezu unbekannt. Damit es bei Rangkämpfen nicht zu Verletzungen kommt, sind unsere Pferde an den Hinterbeinen unbeschlagen, die meisten gehen sowieso komplett barfuss. Selbstverständlich werden unsere Pferde auch nicht geschoren, um irgendeinem Schönheitsideal zu entsprechen, sondern sie behalten ihr dickes Winterfell. (Die Natur hat sich sicher bei dieser praktischen Einrichtung etwas gedacht).
Im Sommer sind unsere Pferde tagsüber am Stall, damit sie für Kurse und Ausritte zur Verfügung stehen, nachts sind sie auf der Weide.
Wir reiten unsere Pferde grundsätzlich ohne Gebiss. Das Pferdemaul ist eine hochsensible Zone, die nur von sehr erfahrenen Reitern zur feineren Kommunikation eingesetzt werden sollte. Die grausige Praxis, mit Eisenteilen im Pferdmaul herum zu zerren, die man jeden Tag beobachten kann (natürlich nicht bei uns), spricht Bände über den herrschenden Pferdeverstand. Darüber hinaus verzichten wir beim Unterricht und bei den meisten unserer Ausritte auf Sättel. Das ermöglicht einen direkteren Kontakt zum Pferd und hilft dem Reiter sein Gleichgewicht zu finden und im Einklang mit den Bewegungen des Pferdes zu sitzen. Nur wer in allen Gangarten ohne Sattel sicher auf dem Pferd sitzt, sollte einen Sattel benutzen. Der Sattel ist nämlich kein Sicherheitsgurt mit Stützen, sondern dient dem Zweck, längere Ritte zur Bequemlichkeit des Menschen und des Pferdes zu gestalten.