Visionssuche bei ArhönA
Wieder einmal wird gebaut auf ArhönA. Eigentlich nichts Neues. Und doch überschlagen sich die Gerüchte. Wozu braucht ArhönA einen Stall? Wird Natural Horsemanship verboten? Im März diesen Jahres kam der erste Spanische Hengst zu ArhönA und mit ihm noch mehr Gerüchte. Was davon stimmt nun? Wo soll es hingehen? Hier findet Ihr alle Antworten.
Seit Jahren führen wir Diskussionen darüber, was das Beste für Pferde ist, wie man sie artgerecht hält und füttert und natürlich gesund reitet. Seit 3 Jahren veranstalten wir die Weeks of the Horsemen und versuchen damit, eine Brücke zwischen Natural Horsemanship und der klassischen Reitweise zu schlagen. Dazu konnten wir jedes Jahr Trainer aus aller Welt begrüßen. Viele von ihnen haben uns und unsere Besucher mit ihrem Können begeistert und dieses auf Open Air und Galaveranstaltungen gezeigt. Doch die Frage nach einer ganzheitlichen Methode im Umgang mit dem Pferd blieb oft unbeantwortet. Jede Methode in der Ausbildung eines Pferdes hatte seinen Stellenwert und doch blieben Fragen offen.
Ist nur das gebisslose Reiten das wahre Reiten? Sind Turnierreiter die schlechteren Pferdemenschen? Muss man Pferde, die im Schulbetrieb gehen, Korrektur reiten, damit sie gesund und leistungsfähig bleiben?
Wie kann man all diese Fragen am besten beantworten? Indem man es einfach versucht und sich mit all dem kontinuierlich auseinander setzt! Also hat sich das Pferdeteam von ArhönA zusammengesetzt und einen Plan geschmiedet ... einen ersten Plan, der nun Konturen annimmt.
ArhönA vertritt die Philosophie des Natural Horsemanship. Und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern! Aber wir verschließen uns nicht mehr vor der klassischen Reitweise, sondern versuchen diese in der Ausbildung von Pferden mit dem Natural Horsemanship zu verbinden.
Damit zurück zu unserem Spanischen Hengst Cacique. Im März kam er zu uns, und wurde bis heute von Heiko und Nadine aus dem Pferdeteam von ArhönA trainiert. Dazu holten wir uns einen der bekanntesten klassischen Trainer: Hakan Alp. Es wurde ein Trainingsplan aufgestellt und gemeinsam beobachteten wir die Entwicklung von Cacique. 10 Monate später können wir sagen – das Projekt „Cacique“ hatte Erfolg. Cacique ist ein Pferd, dem es Spass macht zu arbeiten, der keine Anzeichen eines ausgebrannten Pferdes zeigt , das täglich die gleichen Lektionen herunterspult. Er beherrscht viele Lektionen der hohen Spanischen Schule und kann losgelassen am langen Zügel im Gelände geritten und ohne Probleme als Hengst mit anderen Pferden zusammen gearbeitet werden. Vor einer Woche sind nun die ersten beiden Lusitano-Damen auf ArhönA angekommen und wir werden gemeinsam sehen, wie es mit ihnen gelingt.
Was hat das nun mit den Bauarbeiten zu tun? Eine Idee wurde geboren und beginnt mit dem Anbau verwirklicht zu werden. Hakan Alp kommt mit seinen Pferden zu ArhönA. Und gemeinsam wollen wir eine Reitakademie gründen. Dabei kam natürlich auch die uralte Mansbacher Tradition wieder zur Sprache – die Zucht von edlen Pferden als Staatsgestüt. Gemeinsam mit Partnern wie der Spanischen Hofreitschule und einem deutschen Grand Prix Reiter werden wir diese alte Tradition wieder aufleben lassen, und wollen versuchen, in den nächsten fünf bis acht Jahren wieder ein Gestüt zu werden. Bereits 2011 werden die ersten Fohlen erwartet.
Durch den Anbau eines Modernen Stallgebäudes wird auch die Möglichkeit für Einsteller erweitert.
Allen jahrelangen Freunden von ArhönA sei versichert, es wird sich nichts ändern und ArhönA nicht von „schicken“ Turnierreitern übervölkert. Wie in allen Jahren bisher werden wir dem Natural Horsemanship treu bleiben und darin unterrichten, aber in Zukunft auch mehr anbieten können .
Warum so eine Idee verfolgen – passt das zu ArhönA? Wir sagen JA! Sie entspricht dem, wofür wir uns eigentlich einsetzen: einen besseren Umgang mit Pferden. So haben wir in den letzten 13 Jahren unsere Erfahrungen gesammelt und können heute auf Augenhöhe ein solches Projekt starten.
Oskar Wilde sagte mal: „Eine Idee, die nicht gefährlich ist, verdient es nicht, überhaupt Idee genannt zu werden.“ Jede neue „Wahrheit“ ist schwer verdaulich, weil man sich an alte „Lügen“ gewöhnt hat. Deshalb ist es für uns eine Herausforderung und ein Bedürfnis, sich diesem neuen Weg zu stellen.

